über Gerrit Thomas Rietveld

GERRIT RIETVELD (1888 – 1964)

Gerrit Thomas Rietveld wurde am 24. Juni 1888 als Sohn eines Schreiners in Utrecht geboren. Gerrit Rietveld würde heute wohl als Self-Made-Man bezeichnet: Rietveld lernte und arbeitet schon früh in der elterlichen Schreinerei. Als 16-jähriger meldet sich Gerrit Rietveld für abendliche Kunstkurse am Museum seiner Heimatstadt an. Zwei Jahre später nahm er, spät abends, privaten Unterricht bei einem Architekten, der Gerrit Rietveld das Bauzeichnen lehrte. Tagsüber arbeitete Gerrit Rietveld weiter in der Schreinerei seines Vaters.

Als 24-jähriger eröffnete Gerrit Rietveld 1912 eine eigene Werkstatt als Kunsttischler. Anfangs alleine und später mit der Hilfe von „Gerard van der Groenekan“ entstanden hier in den folgenden Jahren zahlreiche Möbelstücke. Hier entwarf Rietveld 1917/18 auch den Prototypen eines späteren Designklassikers:  den „Rot-Blauen-Stuhl“ – allerdings noch nicht in Rot-Blau, sondern in schlichtem Holz.

Für die heute weltberühmte Lackierung, musste Rietveld erstmal die Bekanntschaft mit der De-Stijl-Bewegung machen. Die Gruppe aus Malern, Architekten und Designern hatte sich zum Ziel gesetzt eine neue Kunst der asketischen Darstellungsform und auf Funktionalität beschränktem Purismus, zu realisieren.



So heißt es auch in ihrem Manifest „Tradition, Dogmen und die Vorherrschaft des Individuellen (des Natürlichen) stehen dieser Realisierung im Wege.“

Gerrit Rietveld lackierte seinen Stuhl in den puristischen Komplementärfarbe „Rot-Blau“ und veröffentlichte den Entwurf 1923 in der De-Stijl eigenen Zeitschrift. Der für Aufsehen sorgende Stuhl schaffte es wenig später bis auf eine Ausstellung im Deutschen Bauhaus und wurde zum Mittelpunkt der De-Stijl Bewegung.

Gerrit Rietveld Möbel waren immer atemberaubende Konstruktionen. oft aus schlichten Materialien: in schlechten Zeiten der Wirtschaftskrise entwarf Rietveld sogar Möbel aus Kistenlatten. Was Rietveld Entwürfe gemeinsam haben ist die Beschränkung auf symmetrische Formen, Ecken und Kanten. Weltberühmt geworden ist auch der aus lediglich vier Brettern bestehende „Zig-Zag-Stuhl“ von 1934.

Gerrit Rietveld starb am 25. Juni 1964 in Utrecht.